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Der ROTE FADEN zwischen Naturwissenschaft und Religion


Der Nobelpreisträger Ilya Prigogine

konnte bereits vor 50 Jahren naturwissenschaftlich nachweisen, dass lebendige Prozesse sich GEGEN den zweiten Hauptsatz der Thermodynamik verhalten: Sie streben nämlich NICHT immer mehr zur Unordnung. Nein, sie können sich über den Zeitraum ihrer Lebenszeit durch Aufnahme von Energie und Information aus der Umwelt zu Zuständen höherer Ordnung organisieren UND selbst erhalten. Diese Eigenschaften sind geradezu die neue Definition von Lebendigem: Lebendig ist, was sich selbst zu temporären Zuständen höherer Ordnung organisieren und erhalten kann.

Klingt das abstrakt?
Wer das nicht versteht, der mache ein Experiment, am Einfachsten in Gedanken: Er stellt eine lebendige Person mit der Körpertemperatur von etwa 37 Grad sowie einen Eimer mit etwa 37 Grad warmem Wasser in einen auf NULL Grad gekühlten Raum und schließe die Tür. Nach einer halben Stunde öffne man die Tür und messe die Temperatur der lebendigen Person und des Wassers im Eimer: Während die lebendige Person die Körpertemperatur hat erhalten können, ist das Wasser im Eimer massiv abgekühlt und geht gegen NULL Grad. Die Person ist ein lebendiges System, der Eimer mit dem Wasser ist es nicht.

Prigogine untersuchte diese Vorgänge genauer,
und er hat erkannt, dass jedes lebendige System aus einer sogenannten Singularität entspringt (einem unendlich kleinen Punkt sozusagen). Es wächst und organisiert sich dann in der existenziellen Zeit (d.h. dieser Vorgang ist unumkehrbar). Es erreicht den sogenannten LimitCycle, den Moment größter Ausdehnung. Es organisiert ab dann seinen eigenen Abbau. Es fällt schließlich in die Singularität zurück und geht in die Auflösung.

Beispiel:
Ein Mensch wird gezeugt, wächst heran, erreicht den Punkt größter Ausdehnung, altert, verstirbt und löst sich auf.


Die Beweise für diese Behauptungen liegen strikt logisch und mathematisch vor. Sie sind auch in komplexen chemischen Verläufen aufgezeigt worden. Dafür gab es unter Anderem den Nobelpreis für Chemie.

In späteren Lebensjahren diskutierte Prigogine oft und lange mit Otto Pöggeler, seines Zeichens Professor für Philosophie an der Universität Bochum. Sie thematisierten, dass hinter all den Singularitäten und Lebensprozessen notwendigerweise und mathematisch erkennbar eine uns nicht greifbare, darum transzendente grundsätzlichere all das steuernde Quelle allen Seins angenommen werden muss. Da laufen nicht einfach irgendwelche lebendigen Prozesse irgendwie ab, nein, dahinter muss NOTWENDIGERWEISE eine Art All-Bewusstsein mit dem totalen Masterplan agieren, welches eindeutig und mathematisch formulierbar JENSEITS von Zeit und Raum existiert.

Prigogine nannte selbige die "Ursprüngliche primäre kosmologische Singularität" oder auch verkürzt die "Ursprüngliche kosmologische Singularität". Pöggeler behielt den Begriff "Gott" bei. Im Diskurs erkannten beide, dass es sich jeweils um Wortgebilde handelt, die genau den gleichen Urgrund adressieren und kongruent zu Begriffen wie dem "Dao" im chinesischen Kulturkontext, dem Begriff des Weltengeistes usw. sind.

Die ursprüngliche kosmologische Singularität oder Gott ist für uns nicht erkennbar, dieses Phänomen verliert sich in der Transzendenz, weswegen sich auch kein vernünftiges Lebewesen ein Bild davon machen kann oder machen sollte.

Die ursprüngliche kosmologische Singularität oder Gott ist in allem, was lebt immanent, das heisst sie durchdringt alles Lebendige, ermöglicht es überhaupt, steuert es, bringt es hervor und nimmt es wieder auf. Die Naturwissenschaft, insbesondere die Physik und deren Meta-Sprache, die Mathematik, zeigen dies klipp und klar auf. Bis zum heutigen Tag, denken wir an Arbeiten der Physiker Bohm, Jansch oder Penrose, ist diese Perspektive ein klarer naturwissenschaftlicher Fakt.

Spannend ist nun, dass der hochwissenschaftliche Diskurs zwischen Prigogine und Pöggeler eine Brücke zwischen der Naturwissenschaft und der Philosophie bildete, der auch wieder die Religion ins Boot hinein geholt hat. Was seit der Zeit der Aufklärung für Jahrhunderte getrennt gewesen ist, begann sich nun wieder miteinander stimmig zu verbinden.



Wer das einmal begriffen hat, versteht selbst mit naturwissenschaftlichem Vokabular bewehrt jedes religiöse und spirituelle System. Auch Gebete wie das Vater Unser werden klar verständlich als fruchtbares Zwiegespräch zwischen dem denkenden lebendigen Menschen und der ihn hervorbringenden und steuernden Urquelle. Leichter wird dieses Verständnis, wenn man jenes Gebet aus der aramäischen Sprache heraus neu vorab ergründet und durchdringt. Dann fällt es einem wie Schuppen von den Augen.

Bei allen Gebeten und spirituellen Anrufungen handelt es sich um Lösungsversuche einer inneren Spaltung, die dadurch entstanden ist, dass sich das Gehirn mit allen Nervenbahnen vor Tausenden von Jahren zum Befehlshaber über den lebendigen Organismus aufgeschwungen hat. Dieser Vorgang wurde trefflich in Robert Duponts und Achim Peters Theorie des "Selfish Brain" beschrieben und hat seinen überlebenskritischen Grund in dem Vorteil gehabt, auf diese Weise dank der Möglichkeiten des abstrahierenden Denkens besser in einer zunehmend lebensfeindlichen Welt mit massiven Ernährungsengpässen zu überleben. Bestens geschildert in der SAHARASIA-Theorie von James DeMeo.


Das evolutionäre Vorgehen hat sich auf der niederen Ebene des körperlichen Überlebens bewährt, auch wenn das Gehirn tagein, tagaus über 60% unserer Lebensenergie verbraucht. Der Preis dafür ist nicht nur im Energieverbrauch eklatant hoch. Hier liegt zugleich der Ursprung der Jahrtausende währenden inneren Spaltung unserer Persönlichkeiten, der Ursprung für Egoismen, Krieg und (Umwelt-)Zerstörung. All das gründet im Verlust der Anbindung des Gehirns mit seinem Nervensystem an die Urquelle und dem Hochhalten des egoistischen Lebensprinzips.

Ich denke, also bin ich!
Ich bin und da sind Andere!
Ich denke an mich selbst und an mein Überleben!


Während unser regulatives Tiefensystem aus Bindegewebe, Zellplasma, Blut und Lymphe usw. um diesen Zusammenhang der Verbindung mit der es steuernden Ursprünglichen kosmologischen Singularität in jeder Sekunde weiss und weiss, dass es Ausdruck desselben ist und sich dessen auf seine Weise bewusst ist, empfindet sich das Gehirn und damit das denkende Wesen als von jener Urquelle abgeschnitten und losgelöst. Das Urvertrauen in die Welt als solche geht verlustig. Das Gehirn hat indes durch die Jahrtausende eine Sprachwurzel behalten und erhalten:

ALL

ALL-EINS

ALLAH

ALL-ELUJAH

Es ist aber nicht mehr länger all-eins mit der Quelle verbunden sondern empfindet sich nun als all-ein. Nicht mehr all-one sondern a-lone. Minimale Wortänderung, aber ein himmelweiter Unterschied: Die Tür zum Paradies war soeben irreversibel zugeschlagen. Sie wird geschlossen bleiben, so lange unser Nervensystem die alleinige Hoheit über die Deutung der lebendigen Welt hat.

Es gilt: Nicht mehr all-one sondern a-lone. Ein fehler Buchstabe nur, aber ein gigantischer Unterschied.

Und es sucht den Weg zurück zur Quelle. Das ist der wirkliche tiefe Sinn von "Religion".

My Sweet Lord!
I really wanna see you!
But it takes so long my Lord!

(George Harrison)

Gebete sind Versuche und Strategien des Nervensystems, sich mit der im denkenden Tagesbewusstsein unerreichbaren Urquelle des Seins zu verbinden. Das ist die ganze Geschichte. Und Obacht: Wer es versteht, richtig zu beten, der steht in lebendigem bewussten Kontakt mit der Ursprünglichen kosmologischen Singularität, der hat wahrhaftig Großes erreicht.

Eine solche Verbindung kann - das wissen wir heute - nur existieren, wenn wir unsere Gehirnwellen massiv herunterfahren, nix Gamma, nix, Beta, nix Alpha sondern Theta und am Besten Delta. Darum gibt es so viele Strategien spiritueller Art, welche auf Meditation und Kontemplation gründen. In Gesellschaften mit einem hohen inneren Unruhe- und Aggressionspotenzial kann es sinnvoll sein, durch Hyperaktivität in einer ersten Stufe in die Stille zu gelangen - siehe zum Beispiel mit dem Verfahren der Dynamischen Meditation...

Man kann diese Zusammenhänge in der Tat auch vollkommen falsch verstehen:
Die total falsch verstandene Auslegung solchen kontemplativen Handelns im Zeitalter der Vereinzelung und des Massen-Konsums ist das sogenannte "Bestellen beim Universum", wie die deutsche Autorin Bärbel Mohr es vorgetragen hatte. Sie bezahlte bitter und extremst schmerzhaft mit ihrem Leben in noch jungen Jahren für diese falschen Strategien und die Falschaussagen. Christen würden sagen: Gott lässt sich nicht spotten. Gott kann man nicht zwingen. Man kann auch nichts bei Gott bestellen.

Prigogine hätte zugestimmt. Die Ursprüngliche kosmologische Singularität KAPPTE die Steuerung des lebendigen Systems Bärbel Mohr, da letztere sind vollkommen inkongruent zur Singularität positioniert hatte.

Diese Urquelle, ob wir sie nun Dao, Ursprüngliche kosmologische Singularität oder Gott nennen, bestimmt uns, ermöglicht uns überhaupt, wir sind lebendiger Ausdruck des Zusammenhanges, wir sind nur eine winzige Untermenge jenes transzendenten Zusammenhanges in der existenziellen Zeit. Weder können wir darum die Urquelle erkennen, noch können wir darüber bestimmen, was sie uns gibt. Fakt ist, dass wir uns bescheiden sollten:

Wir können uns als Schwingkreise begreifen, welche durch "Dao, durch die Ursprüngliche kosmologische Singularität oder Gott oder die Göttin, oder wie immer wir diese transzendente Qualität benennen, wie immer wir es zu nennen belieben, moduliert werden. Und das war es auch schon. Mehr ist gar nicht nötig.

Gesellschaften, die in Kongruenz zur Natur leben möchten, haben das zu respektieren.
Gesellschaften, die in Kongruenz zur Natur leben, respektieren das.

Grandfather, Great Mysterious One,
you have been always, and before you nothing has been. There is nothing to pray to but you.
The star nations all over the Universe are yours. And yours are the grasses of the earth.
Day in Day out You are the light of things. You are older than all weeds.
Older than all things on Earth.
Grandfather, all over the world the faces of living things are all alike. In
tenderness they have come above the ground. Look upon your children with
children in their arms, that they may face the winds
and walk the good road to the day of quiet.
Teach me to walk the soft earth, a relative to all that is!
Sweeten my heart and fill me with life.
Give me the strength to understand, and the eyes to see.
Help me for without you I am nothing.
Hetchetu aloh!
(Black Elk nach Aufzeichnungen von John G. Neihardt)


Diese Erkenntnisse kann man aus heiligen Schriften herausdestillieren, naturwissenschaftlich erkennen. Man kann sie auch in einem der Glanzpunkte menschlicher Sachbuchkunst lesen, welches diese erkennbaren Zusammenhänge aus naturwissenschaftlicher Sicht aufzeigt und bis in die politischen Systeme hinein wirken lässt und zeigt, was geschieht, wenn wir NICHT im Einklang, also nach den Vorgaben der Urquelle handeln:

Wenn wir NICHT im Einklang, also nach den Vorgaben der Urquelle handeln, verwandeln wir uns vom Schöpfer zum Zerstörer:

Wir schädigen die innere und äußere Ökologie und zerstören unser lebendiges Körpersystem, unsere Mitmenschen, die uns ausgeliefert sind, unsere Welt, weil wir falschen Idealen nachlaufen, von denen unser Gehirn glaubt, es seinen die Richtigen.
Und das kann tragisch enden, ganz tragisch sogar:
So mancher Mensch wird erst auf dem Sterbebett erkennen, dass das letzte Hemd keine Taschen hat. Apple-Gründer Steve Jobs kam zu eben solchen Einsichten am Ende seines Lebens...



Wer zu lange nicht im Einklang zu den Vorgaben der Ursprünglichen kosmologischen Singularität meint leben zu wollen oder zu müssen, der wird früher oder später von der Urquelle selbst, nenne sie wie Du es wünschst, abberufen. Sie löst die steuernde Verbindung. Das kann auch ganze Gesellschaften oder eine ganze Spezies betreffen. All das geschieht in der existenziellen Zeit. All das ist unumkehrbar ab einem gewissen Punkt ...

Kurz vor den Wieder-zurück-Fallen in die Singularität erkennt der Mensch wohl eindeutig den Zusammenhang, wenn er nicht durch schwere Schmerzmittel vernebelt ist, bestens literarisch beschrieben von Herrmann Hesse im Buch "Klein und Wagner" in der Szene von Kleins Suizid. Diese Szene wurde von Peter Michael Hamel musikalisch vertont und von Gert Westphal vorgelesen und beschert auch den Hinweis auf den an sich so einfachen Weg zur Erlösung:

Einverstanden sein mit dem uns gegebenen Zusammenhang. Das wars schon.
Und trotzdem erscheint es so ungemein kompliziert, wenn wir aus der Perspektive des Gehirns arbeiten...


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